Abteilung Frauenturnen / Gymnastik

Geschichte

Kurzfassung zur Geschichte der Turner   (Stand: Februar 2021)


Wir sind seit 1950 - als Turner - Teil des SVG. Das verdanken wir unserem damaligen „Vorturner“ Paul Wollenberg (nachzulesen in der „Vereins-Chronik 1949 – 2019“).

Damals stand nach einem Gymnastik-Teil das Geräteturnen im Vordergrund, im Sommer Leichtathletik oder Ballspiele, wie z.B. Völkerball o.ä. - Bis zum Bau der alten Turnhalle 1954 wurde viel improvisiert.

1982 ließ das Interesse der Männer am Turnen nach und wir wurden zur Abteilung Frauenturnen/Gymnastik.
Von 1970 bis 1989 haben unsere Übungsleiterinnen zwei Kinder-Gruppen betreut. Erst 1997 konnte von unserer Abteilung für die Kinder wieder allgemeines Turnen angeboten werden. Das Eltern-Kind-Turnen hat bis heute großen Zuspruch.

Seit 2002 gibt es eine Walking-Gruppe, die immer montags die frische Luft von Glienicke und Umgebung geniest.
Neben den wöchentlichen Treffen bei abwechslungsreicher Gymnastik sind durch unser Gemeinschaftsleben viele Freundschaften entstanden (siehe dazu „Aktivitäten der Abteilung“).

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Wir wollten zum 70jährigen Bestehen der Abt. Frauenturnen/Gymnastik im Jahr 2020 ganz groß feiern,
aber da machte uns die Corona-Pandemie einen Strich durch die Planung.
(Rosemarie Haese)

Unser Rückblick im 65. Jahr unseres Bestehens sah so aus:

Ich grüße Euch alle mit „Sport frei“,
Ihr braucht die Geschichte nur nachzulesen,
und merkt: es ist im vorigen Jahrhundert gewesen.
(Siehe 70-Jahre-Chronik des SVG)
bin seit etwa 1955 mit dabei (mit Unterbrechung)

Erst gab’s nur ‚nen Saal, dann nur Open-Air –
Dann kam der Aufruf mit anzupacken,
um für den Schul-Sport ‚ne Halle zu schaffen.
man wich aus nach Bergfelde und Hermsdorf.

Im NAW*)-Aufbauwerk der DDR (*)Nationales Aufbauwerk)
versammelten sich mit Hacken und Spaten,
weil sie das für die Kinder taten.
kamen Genossen, Eltern und Kinder daher;
Sie planierten am Schulhof den sandigen Hang
 (Siehe „Glienicker Kurier“ Ausgabe Juli/August, Seite 53)
Neben dem Acker …zig Meter lang.

Die erste Turnhalle wird 1954 eröffnet.

Die Halle auf unserem Grundschulgelände
Für Barren, Pferd, Bock und Medizin-Ball
hatten die Turner endlich ‚nen eignen Stall
brachte dann auch für uns die Wende.

Die Matten waren damals noch aus Leder,
Die Turner kamen nun auch wieder zurück
und hatten Paul Wollenberg – welch ein Glück.
daran erinnert sich bestimmt nicht jeder.
1970 löste Renate Hertzfeldt ihn ab
Die Turner hatten immer am Dienstag den Vorrang;
Und wir hoffen mit „65“ – ein Leben lang!
und hielt die Riege 90 Minuten auf Trab.

Hurra – wir werden 70 Jahre alt!
(Siehe „Glienicker Kurier“ November 2020, Seite 53)

1980 kam Linke Marita als Leiter
2008 bestand bei uns Annette den Test
und sitzt seitdem im Turn-Sattel fest.
Sie kümmert sich auch um die Kinder-Fraktion,
die gibt es seit 23 Jahren nun schon.
und 1997 ging es mit Kathrin weiter.

Inzwischen sind wir 70 Jahre alt,
Die Kinder vermissen Spiel, Spaß und Bewegung,
die Walkerinnen geh‘n einzeln um den See rum.
Wir „Großen“ wir nutzen ‚ne „Cloud“ im PC.
Als Zusatz-Sportart lockt evtl. Fegen im Schnee.
da sagt uns ein Virus „Corona“: Halt!

Wir sehnen uns nach Radtouren und Winterwandern,
Stab-Übungen und Gymnastik mit den andern.
Wir wollen Bälle drücken, Matten-Training,
vermissen aber Bänder auch ein wenig.
Wir möchten nach Musik uns strecken,
uns nach der Grill-Wurst die Finger lecken.

Deshalb wünschen wir Turnerinnen uns allen,
Dann nehm‘ wir die Senior‘s auch wieder mit
und grüßen Jung und Alt: „Haltet Euch fit“!
dass im Jahr „71“ die Inzidenzzahlen“ fallen.

Rosi Haese, im Dezember 2020


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Worüber wir Turner in unserer Chronik noch nicht berichtet haben:

Rosemarie Haese erinnert sich:

Fast mein ganzes Leben habe ich „geturnt“: Zuerst auf der grünen Straße und als dann 1954 die „Alte Halle“ eingeweiht war, zog es mich 1955 zu den Turnern der „SG Glienicke/Nordbahn“. (Wenn man jung ist, sammelt man solche „Dokumente“ nicht.) Seitdem ist es wie „Heimat“, auch wenn zwischendurch andere Dinge wichtig waren. Wenn Zeit war, bin ich immer am Dienstagabend zum Turnen gegangen – keiner hat gefragt, ob ich bezahlt hatte oder nicht. Die Gemeinschaft war wichtig und die Teilnahme auch.

Die Übungsstunden waren damals 90 Minuten lang, da wir ja Gymnastik und Geräteturnen gemacht haben (Parallelbarren, Pferd, Bock, 4 Paar Ringe, 12 Sprossenwände an der Wand zum Hang hin und eine umgedrehte Bank als Schwebebalken). Ein paar Ledermatten gab es auch. Bei der Gymnastik wurden die Übungen teilweise auf dem nackten Parkett gemacht. Und im Sommer wurde bei Leichtathletik improvisiert.

Unsere Bekleidung war ein weißes Turnhemd (ähnlich wie ein Herren-Unterhemd) und ein schwarzes Flatterhöschen, weiße Söckchen und schwarze Hallen-Turnschuhe (aus Stoff oder Kunstleder). Falls es kühl war besaß man evtl. einen Trainingsanzug, angeraut oder sogar gefüttert. Und wenn nicht, wurde improvisiert. In den Ferien wurde manchmal nicht geheizt.

Unsere Übungszeiten waren sogar im „Kulturspiegel Glienicke/Nordbahn, Ausgabe April 1960“(ein A-4-Faltblatt) abgedruckt:

„Gymnastik der Damen: Jeden Dienstag ab 20 Uhr in der Turnhalle

Kinderturnen: Jeden Dienstag von 16 bis 20 Uhr, ab 11 Jahre
Jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr, für 6 bis 10 Jahre
Jeden Freitag von 13.30 bis 15 Uhr, für 3 bis 6 Jahre
        in der Turnhalle“

Die Vereinsarbeit fand für heutige Begriffe in mühevoller Kleinarbeit statt. Einladungen zu Vereinssitzungen wurden per Hand geschrieben oder auf der Schreibmaschine getippt (1 weißes Blatt, 7-8 Bogen dünnes Durchschlagpapier und 7-8 Kohlebogen), den Text zweimal. Dann wurden die Blätter in der Mitte durchgeschnitten und wir hatten ca. 16-18 Exemplare zum Verteilen. Die Verteilung erfolgte entweder beim Übungsabend, persönlich oder per Brief. Vor der Wende (1990) gab es in Glienicke noch ein richtiges Postamt. Dort konnte man auch telefonisch Nachrichten austauschen, wenn der Empfänger zu Hause ein Telefon hatte. Wir hatten Glück, dass 1996 in unserer Straße die Telefonleitung gelegt wurde. Als wir 1998 mit den Recherchen für die Chronik des SV zum 50jährigen Bestehen angefangen haben, besaß ich zwar schon ein Telefon und einen PC, aber wir konnten noch nicht auf das Internet zurückgreifen.

Der Mitglieds-Beitrag war zu SG- und BSG-Zeiten sehr gering, die Hallenbenutzung war kostenlos. Es gab keine Probleme mit Wasserflaschen in der Halle. Kaum einer hatte Wasser dabei. Probleme gab es nur, wenn wir in der Alten Halle unser Faschingsturnen (anfangs mit den Ehemännern) organisierten! Wir haben in der Hallenmitte eine große Decke ausgebreitet (um das Parkett zu schützen) und unser Bowle-Gefäß und Knabbereien darauf dekoriert. Inge Pfeiffer hatte Senf-Gläser gesammelt und brachte diese dazu immer mit. Ja – da wurde schon mal beim Einfüllen gekleckert. Bodo Vötisch - als gestrenger Sportlehrer der Schule – musste uns ermahnen. Wir Frauen haben dann künftig besser aufgepasst (andere Gruppen waren nicht so aufmerksam). 

Nach dem Bau der Dreifeldhalle war diese Idylle vorbei. Wir gingen ins „Bistro“ feiern - anders – aber trotzdem fröhlich.

 

Fasching 1988 in der alten Halle

 

 

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Vom staubigen Schulhof bis zur modernen Dreifeldhalle – 70 Jahre Frauenturnen/Gymnastik

(von Rosemarie Haese)

Unsere „Turner“ können auf mehr  als 70 Jahre zurückblicken. Wenn man auf alte Fotos schaut, kommen die Erinnerungen an alte Zeiten.

In meinem privaten Foto-Album fand ich zwei 6x9-Fotos aus dem Jahre 1952. Auf dem Gruppenbild sind Mädchen - 13 bis 15 Jahre alt - zwei Schulklassen in weißen Sportkleidchen. Einige aus der Klasse 7M und aus der 8M, letztere verließen 1952 mit einem 8-Klassen-Abschluss die Grundschule. Wir durften gemeinsam  Partnerübungen auf dem sandigen ungepflasterten Schulhof vorführen. Die meisten Mädchen waren auch Mitglieder bei den Turnern.
Die weißen Sportkleidchen waren wahrscheinlich eine Spende für die Grundschule. Die weißen Söckchen musste jeder selbst mitbringen – sie gehörten im Sommer sowieso zur normalen Sonntags-Bekleidung.

Das Gruppenfoto (1952) zeigt Schülerinnen aus den Mädchenklassen 7M und 8M – Mitte unten Rosemarie Haese (geb. Gatz) 

Der Schulhof (1952) von der Hauptstraße aus gesehen

Mein Augenmerk fiel auf den Hintergrund der Vorführung, weil nämlich im Jahr danach auf dieser Anhöhe die erste Turnhalle in Glienicke gebaut wurde. 
Auf dem Foto mit der fertigen „alten Turnhalle“ in der Hauptstraße 64 steht kein Jahr, aber vermutlich ist von 1955. Der Zaun deutet auf  „Baustress“ hin, der durch den Hallenbau und die Hanggestaltung verursacht wurde.

 1954 erste Turnhalle in Glienicke 

Für die Schulabgänger 1953 (die ehemalige 7M, zu der ich gehörte) war die Halle nicht rechtzeitig fertig. Aber wir als Turner waren ein Jahr später glücklich, dass wir endlich ein sicheres Zuhause hatten und das Improvisieren zu Ende war. 1954 – der Beginn einer neuen Zeitrechnung für alle Sportler der damals noch Sportgemeinschaft (SG) Glienicke/Nordbahn.
Der Übungsabend der Frauen ist seit dieser Zeit der Dienstag ab 20.00 Uhr. Unter Leitung von Paul Wollenberg machten wir 90 Minuten Gymnastik und Geräteturnen. Renate Hertzfeldt unterstützte ihn ab 1960, wurde 1964 Mitglied und war ab 1970 unsere Sektionsleiterin.
Im „Kulturspiegel“ der Gemeinde Glienicke/Nordbahn vom April 1960 war zu lesen:
Gymnastik der Damen: jeden Dienstag ab 20 Uhr in der Turnhalle (und das ist 60 Jahre später immer noch so)

Es wurden neben Geräteturnen auch Ballspiele oder Leichtathletik angeboten.

Renate Hertzfeldt brachte „Struktur“ in unsere Sektion Turnen. Sie ließ eine Sektionsleitung wählen, schickte einige Frauen zu Übungsleiter-Lehrgängen und holte die Männer wieder ran. Von 1975 – bis 1982 gab es eine Männerriege, auch einige Jungs waren dabei.

Ein Blick in  die „alte Turnhalle“  zeigt nicht nur im Hintergrund die Sprossenwand, sondern auch uns 1994 beim Faschingsturnen. 

Unsere „alte Turnhalle“ gab uns z.B. auch die Möglichkeit, die Bänke zusammenzustellen, um mal eine Sektions-Versammlung durchzuführen, Faschingsturnen zu feiern oder besondere Anlässe zu begehen. Der Frauen-Umkleideraum war dafür viel zu klein und eine Gaststätte gab es in der Nähe nicht.


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