Geschichte

Geschichte des Sportvereins Glienicke Nordbahn e.V.

Dieser geschichtlicher Abriss ist der alten Homepage entnommen. Wir danken dem leider unbekannten Verfasser für diese interessanten und ausführlichen Darstellungen.

Inhaltsverzeichnis:

Sport zwischen 1900 und 1945

Sport von 1945 bis heute

Vorsitzende von 1949 bis heute

 

Sport in Glienicke von 1900-1945

Unterlagen aus der Orts-Chronik führen uns zurück in das Jahr 1900. Glienicke hatte in diesem Jahr nur 439 Einwohner. Am 10. Mai 1900 wurde der Arbeiterturnverein Freie Turnerschaft "Frisch auf" gegründet. Die Üungsabende fanden im Lokal "Altermann", späterer Inhaber "Bath", Wilhelmstr. 5 - 8 (heute in der Lessingstraße - Arztpraxis und Workshop) statt. 1906 beschloss der Verein, eine Vereinsfahne durch Spenden zu erwerben. Die Weihe der Fahne fand am 20. Mai 1906 mit Schauturnen und Tanz statt.

Lokal Altermann

Lokal "Altermann " Wilhelmstraße 5 - 8 in den 20er Jahren

Es gab damals in Glienicke keine Turnhalle und auch noch keinen Sportplatz. Daher bat der Arbeiterturnverein am 08.03.1923 den Schulvorstand, den Schulplatz für die Jugend- und Turnstunden im Freien zur Verfügung zu stellen. Am 30.06.1923 genehmigte der Gemeindevorsteher Vehse als Vorsitzender des Schulvorstandes den Antrag. Paul Wollenberg zog 1928 nach Glienicke und bernahm sogleich die Kinderturngruppe im Arbeiterturnverein.

1926 gab es außerhalb der Tagesordnung erste Unstimmigkeiten im Verein zwischen SPD- und KPD-Mitgliedern darber, dass die Mehrheit während der Versammlung zugestimmt hat, an der Mai-Demonstration der SPD teilzunehmen. Die Teilung wurde perfekt, als auf Beschluss einer kleinen Gruppe von 13 Mitgliedern (die zur SPD gehörten) die Freie Turnerschaft "Frisch auf" am 19.08.1930 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Oranienburg eingetragen wurde (Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt ber 70 Mitglieder.) Gegen diese Entscheidung und den Ausschluss vieler Mitglieder wurde Klage eingereicht. Leider sind die in der Orts-Chronik noch vorhandenen Klageschriften unvollständig. Man war aber am 28. Dezember 1931 noch zu keinem Urteil gekommen. Die Bemühungen waren offensichtlich für beide Teile umsonst, denn die Vereine wurden durch die Nazis 1933 verboten!! Die Vereinsfahne blieb beim KPD-Teil des Vereins. Sie wurde auf dem Dachboden des Lokals "Schwarz" versteckt und wurde von den Nazis gefunden. Die Sportgeräte waren bei Einreichung der Klage beschlagnahmt, wurden dann aber ohne "gerichtliche Verfügung" durch die Polizei an den nun eingetragenen Verein "Frisch auf" herausgegeben. Bei dem verbliebenen größeren Teil des Vereins (KPD-Anhänger) wurde bei Statut-Änderung als vorläufiger Vereinsname "Arbeiter Turn- und Sportvereinigung Glienicke (Nordbahn)" bestätigt. 1930/1931 zog Paul Wollenberg aufgrund der Streitigkeiten mit seiner Kindergruppe zum Lokal "Glagow" (später "Casino") in die Hattwichstraße 38/Ecke Breitscheidstraße und nennt sich "Fichte Glienicke". Am 08.03.1933 werden die Sportgeräte des Arbeiterturn- und Sportbundes beschlagnahmt. Einige Sportgeräte und Inventar konnten in leerstehenden Lauben versteckt oder verbuddelt werden. In einem Gespräch mit Herbert Weiland, der gegenber dem Sportplatz aufgewachsen ist, habe ich erfahren, dass sein Vater Max Weiland (SPD) im Holzschuppen hinten im Grundstück Prinz-Friedrich-Straße 65 (jetzt Märkische Allee), mehrere Turnpferde, Barren, 1 Spann-Reck, Sprungbretter, Matten und Böcke versteckt hatte. Diese Sachen überstanden 5 - 6 Hausdurchsuchungen in der Zeit bis 1945. Laut Aussage von Paul Wollenberg und Herbert Weiland wurde noch viele Jahre nach 1945 an diesen alten Geräten geturnt.

1924 wurde neben dem Arbeiter-Turn-Verein der "Turn- und Sportverein Glienicke" gegründet. Er schloss sich der Deutschen Turnerschaft an. In einer Niederschrift der Freien Turnerschaft "Frisch auf" hieß es: "... durch die Gründung des unpolitischen bürgerlichen Turnvereins ist der Bestand des Arbeiterturnvereins nicht in Frage gestellt worden." Nach der Machtübernahme Hitlers ab 1933 ist es mit dem "unpolitischen bürgerlichen" Turn- und Sport-Verein auch in Glienicke vorbei. Zu den genannten Sportarten kommt Wehrsport hinzu (Gepäckmärsche, Schießen (auf der Kegelbahn), Handgranatenweitwurf usw.)). Am 02.12.1936 wurde die Kinderriege des Turn- und Sportvereins aufgelöst; ihre Mitglieder werden in die Hitlerjugend aufgenommen. Erwin Kiewitt schloss sich aufgrund der Unstimmigkeiten im Arbeitersportverein dem Turn- und Sport-Verein an und wurde Vorturner für die Jugend. Sein Sohn Hans Kiewitt und Hildegard Meinicke erinnern sich an die Turnabende im Lokal "Schwarz".

Lokal schwarz

Restaurant von Adolf Trampel, Inh. Heinrich Schulze
Aufnahme aus dem Jahre 1908 (Später Lokal "Schwarz")

Der Sportplatz in der Märkischen Allee wird in der Orts-Chronik erstmals 1924 als "Festplatz Tribolet" erwähnt und während der Angriffe auf Berlin für die Flugzeugabwehr genutzt. Nach Beendigung des Krieges im Jahre 1945 hatten Max Weiland und Sohn Herbert Weiland den Sportplatz begradigt und die Unebenheiten fast alleine beseitigt.

Über den Kegelsport in Glienicke ist in der Orts-Chronik nicht viel zu finden. "Beim Eröffnungskegeln im neuen Sportkeglerheim (jetzt der alte Teil der Kegelbahn in der Hauptstraße 75) im Juni 1928 zeigt der neugegründete Keglerklub K.S.K. "Gut Holz" Glienicke-West eine neuartige Kegelsportart." Ob es damals auch eine "Ruhige Kugel" in Glienicke gab, ist nicht belegt. Aus den Erzählungen der älteren Glienicker war herauszuhören, dass im Laufe des Krieges die sportlichen Aktivitäten einschliefen und ab etwa 1943 kein Sport mehr betrieben werden durfte. Nach dem Ende des Krieges 1945 brachten als Erste Erwin Kiewitt und Herbert Weiland den Turnbetrieb wieder in schwung.

SG Glienicke BSG "Einheit" Glienicke - SV Glienicke/Nordbahn e.V. SG BSG - SV- Wie alles nach 1945 begann

Der zweite Weltkrieg war vorbei, die Menschen konnten wieder durchatmen, die Vertriebenen kamen von Osten her in unser Land, um hier ihre neue Heimat zu finden, man wartete auf die Heimkehr der Soldaten und Kriegs- gefangenen. "Entsprechend den Richtlinien des Potsdamer Abkommens (Direktive 23 des Alliierten Kontrollrates vom 17.12.1945) wurde der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesbungen mit all seinen Sportvereinen bis Januar 1946 aufgelöst und das Entstehen nichtmilitärischer Sportorganisationen örtlichen Charakters bis auf Kreisebene gestattet". Auf dieser Grundlage konnte das sportliche Leben, das vollständig zum Erliegen gekommen war, wieder in Gang gebracht werden. Der Wunsch nach Sport und Geselligkeit war groß, so fanden sich gleich Turner und Handballer in Glienicke zusammen und gründeten am 23.06.1945 eine Sportgemeinschaft Glienicke (Quelle lt. Karl Heinz Müller: Bekanntmachung der Gemeindeverwaltung aus dieser Zeit). Die Abteilung Leichtathletik-Handball traf sich unter Leitung von Herrn Schulz auf dem Poloplatz in Frohnau, die Gymnastikgruppe für Frauen und Mädchen unter Leitung von Frau Ahrens vor dem Eingang der Schule. Ferner war Faustball, Geräteturnen, Fußball, Jiu Jitsu vorgesehen. (Quelle lt. Klaus Gatz: Akte Rat Bekanntmachungen). Als die ersten Vorturner waren Erwin Kiewitt (für Jugendliche und Erwachsene) und Herbert Weiland (für Kinder und Jugendliche) im Lokal "Schwarz" bis ca. 1951 aktiv, 1950 kam Paul Wollenberg dazu. Der Kegelklub gründete sich 1946. "Am 1. August 1948 erließen die FDJ und der FDGB einen Aufruf zur Gründung einer einheitlichen, demokratischen deutschen Sportbewegung".

Kopie aus dem handschriftlichen Originaldokument von Wilhelm Hetzel an die SED-Kreisleitung, Genossen Schuckart, vom 05.12.1954:

("...Wie bei verschiedenen anderen Gelegenheiten, hinkte unser Ort auch hier hinterher. Erst 1949 fanden sich einige Sportler und Gewerbetreibende zusammen und gründeten die erste Sportgemeinschaft Glienicke. Handball - Fußball und Kegeln sollte als Sport betrieben werden... ")

1949 wurde erneut der Versuch unternommen und die Sportgemeinschaft Glienicke/Nordbahn gegründet, die dann mit mehreren Höhen und Tiefen bis heute ihren Bestand hat. Die Gründungsversammlung fand im damaligen Lokal "Schwarz", Hauptstraße 75, statt. Anwesend waren: Bürgermeister Lange, Paul Meier von den Keglern (als Gewerbetreibender überreichte er ein Geschenk), als Zeitzeugen Ursula (Beutler) Kabus und Klaus Gatz. Die Turner schlossen sich dem Verein aber erst später an. Vorsitzender war seit Gründung Wilhelm Hetzel.

Die einzige Sportstätte, die Glienicke aufzuweisen hatte, war die Kegelbahn. Alle anderen Sportarten wurden in öffentlichen Räumen, Gebäuden und auf Plätzen durchgeführt. Im Saal des Lokals "Schwarz" (später HO-Gaststätte "Treffpunkt"), Hauptstraße 75, waren immer noch die Ringe an der Decke. Es gab seit 1924 einen Sportplatz in Glienicke, der nach Beendigung der Kriegshandlungen wieder geebnet wurde. Improvisationsgeschick und Organisationstalent waren genauso wichtig wie Geld - und das gab es nicht.


Treffpunkt / Lokal Schwarz

HO-Gaststätte "Treffpunkt"

Es war für Glienicke ein großes Glück, dass der Rat des Landkreises Oranienburg Anfang der 50er Jahre finanzielle Mittel für den Bau einer Turnhalle bewilligt hat. Dabei hat sicher die Grenznähe zu Westberlin eine Rolle gespielt, um die Jugendlichen auf eigenem Territorium beschäftigen und erziehen zu können. Das hieß aber nicht, dass das Geld für die Fertigstellung der Turnhalle gereicht hätte. Es wurden freiwillige Arbeitsstunden mit eingeplant und damalige Schüler haben zwar mit gebuddelt, waren aber schon aus der Schule, als die Turnhalle zum Schuljahresbeginn 1954 in Betrieb genommen wurde. Am 13.05.1954 hatte man nun Grund zu mehr Optimismus, die Kegler waren immer noch dabei, die Fußballer und Tischtennisspieler gründeten neue Sektionen. Wilhelm Hetzel schreibt in seinem Bericht vom 05.12.1954: "Durch die Unterstützung der Gemeinde und des Kreises Oranienburg, als auch der Mitarbeit einiger Sportler war es uns nun möglich, mit dem Aufbau und Ausbau der 4 Sektionen zu beginnen." Die Sektion Turnen/Leichtathletik hatte am 01.10.1954 ihre Arbeit in der SG wieder aufgenommen. Am 31.10.1954 fand ein Massenwaldlauf mit großer Beteiligung statt. Selbst Rainer Randzio, damals 6 Jahre, lief schon seine 300 m. Im November 1954 wurde zwischen der Grundschule Glienicke und der Leitung der Sportgemeinschaft ein Vertrag zur Nutzung der Turnhalle für die Turner, Tischtennisspieler und Fußballer (Leichtathletik) abgeschlossen. Ende des Jahres 1954 konnten bereits 84 Mitglieder gemeldet werden (Kegeln 15, Fußball 31, Turnen 25, Tischtennis 13). Der Vorstand und die Abteilungen luden zum "Großen Kostümfest" am 05.02.1955 für 2,10 M ein, was großen Anklang fand. Dagegen kämpfte das Kreiskomitee für Körperkultur und Sport Oranienburg erneut vergebens, dass aus Glienicke Sportler oder Übungsleiter am Lehrgang für die Abnahme der Sportabzeichenbedingungen teilnehmen. Am 25.11.1953 wurde die Regierungserklärung über die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands veröffentlicht. Die Belebung des gesamtdeutschen Sportverkehrs wurde 1955 durch das Kreiskomitee für Körperkultur und Sport Oranienburg angeregt. Über Aktivitäten ist in den Unterlagen keine Aussage zu finden. Viele Glienicker Bürger haben das sowieso individuell geregelt, indem sie dort Sport trieben, wo die Möglichkeiten und die Räumlichkeiten vorhanden waren. Und wenn sich Randberliner oder Ostberliner einem Sportverein im Westsektor von Berlin (in unserem Fall auch Hermsdorf und Frohnau) angeschlossen haben, dann wurde entsprechend dem damaligen Wechselkurs ein Mitgliedsbeitrag bezahlbar angepasst. Mitgliederversammlungen fanden mehrmals im Jahr statt. Zu Sitzungen mit den SG- und BSG-Vorsitzenden des Landkreises Oranienburg musste man z.B. nach Wensickendorf oder Zühlsdorf fahren, darum konnten sie aufgrund der räumlichen Entfernung gar nicht wahrgenommen werden. Die Autobesitzer konnte man damals an zwei Händen abzählen. Die Heidekrautbahn ab Schildow fuhr auch nicht so häufig, so dass man mit Übernachtung planen oder nachts mit dem Fahrrad durch die Wälder radeln musste. Und zum Bahnhof Herrnsdorf zur Nordbahn-Strecke in Richtung Oranienburg ging man auch zu Fuß oder nahm das Fahrrad.

In einem Brief an den Rat des Kreises Oranienburg, Kreiskomitee für Körperkultur und Sport vom 11.04.1955 schreibt Wilhelm Hetzel, dass er um Neuwahl des Vorstandes bittet, weil ihm aufgrund seiner schweren Herzkrankheit die Kraft fehlt, weiter um den Bestand der Sportgemeinschaft in Glienicke zu kämpfen. Daraufhin erfolgte mit Unterstützung des Kreiskomitees Körperkultur und Sport des Landkreises Oranienburg am 15.06.1956 mit 20 Mitgliedern die Neugründung unserer Sportgemeinschaft als Betriebssportgemeinschaft -BSG "Einheit" Glienicke-Nord - (Aus Versehen wurde das "b" von Nordb. (Nordbahn) weggelassen und wir hatten jahrzehntelang einen verkürzten Vereinsnamen. Unser Ort hieß vielfach nur noch Glienicke( (Kreis Oranienburg) und das lag ja im Norden von Berlin). Die Mitgliedsbeiträge staffelten sich wie folgt: FDJ-Mitglieder, Jugendliche, Hausfrauen 0,10 M + 0,30 D für Versicherung Erwachsene 1,00 M + 0,30 M für Versicherung. Als Vorsitzender fungierte ab 1956 der Sportlehrer Dietmar Kunz, der aber aufgrund eines Unfalls kurzfristig von Rudolph Beier (einem ehemaligen Kegler und Federballer) bis Dezember 1957 abgelöst wurde. Wir waren Ende 1956 auf 50 Mitglieder angewachsen. Dietmar Kunz war der erste Abnahmeberechtigte für das Sportabzeichen in unserer BSG. Für etwa 9 Monate bernahm Gottfried Wojtek 1958 die Leitung der BSG, und da er von der BSG-Leitung als Gemeindevertreter in die Kommission für Sport und Jugendfragen delegiert und auch gewählt wurde, gab er den Vorsitz wieder ab.

Durch die Zusagen für eine finanzielle Untersttzung entwickelten sich die bestehenden Sportarten, und neue kamen hinzu. Aber ehe es mit den finanziellen Zuwendungen soweit war, mussten auf Kreisebene noch einige Hürden genommen werden. Rudi Beier, Corrinna und Gottfried Wojtek versuchten beharrlich, diese Hürden zu überwinden. Sie haben mit den Gewerkschaften gekämpft, dann um die Erweiterung des Sportstättenangebotes, da teilweise 2 Sektionen gemeinsam in der Turnhalle trainieren mussten. Sie wollten die Genehmigung zur Nutzung des alten Saales in der Lessingstraße (in den 20er und 30er Jahren auch als Turnsaal genutzt - jetzt Workshop) erreichen. Das wurde mit der Begründung, dass dort Wohnungen ausgebaut werden, abgelehnt. Im April 1957 wollte die Sportvereinigung "Einheit" Bezirksleitung Potsdam den Fehler des Kreiskomitees Oranienburg korrigieren und unsere BSG als Abteilung an die BSG "Einheit" Oranienburg anschließen, da die Verteilung der finanziellen Mittel einfacher gewesen wäre. In den vielen geführten Aussprachen kam dann der Vorschlag, dass wir uns an die BSG "Motor" Wilhelmsruh anschließen, da sehr viele Glienicker bei Bergmann-Borsig in Berlin-Wilhelmsruh arbeiteten. Gottfried Wojtek konnte sich gemeinsam mit dem Vorstand auch dabei durchsetzen und unsere Eigenständigkeit bewahren. Dafür sind wir immer noch sehr dankbar. "...sind die Werkleitungen der volkseigenen Betriebe verpflichtet, aus dem Direktorfonds Mittel für die Arbeit der BSG zur Verfügung zu stellen. Außerdem erhält jede BSG von ihrer Gewerkschaftsleitung einen 15%igen Anteil aus den FDGB-Beiträgen." (Auszug einer Rede von Walter Ulbricht in Leipzig vom 20.09.1954). Um die finanziellen Zuwendungen von den Gewerkschaften (Verwaltung, Banken, Versicherungen, Unterricht und Erziehung) und von Betrieben kämpfte Gottfried Wojtek jahrelang. Ab Januar 1959 funktionierte dann auch die Überweisung von der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung. Es handelte sich um 150,00 M monatlich. Die BSG erhielt ihre finanziellen Zuwendungen außerdem durch volkseigene Betriebe des Kreises Oranienburg (die aber immer wieder eingefordert werden mussten), von unserem einzigen Betrieb aus Glienicke und durch Spenden der Mitglieder. Die Mitglieder selbst unterstützten wiederum die Turn- und Sportfeste in Leipzig mit dem Kauf von Spendenmarken. Viele unbezahlte und freiwillige Arbeitsleistungen wurden im Laufe der Jahre für den Sport, den Aufbau und Erhalt der Sportstätten geleistet und dieÜbungsleiter unseres Vereins für den Erwachsenensport haben ausnahmslos ehrenamtlich gearbeitet.

1957 waren wir das erstemal im Kreismaßstab Jahresbester und erhielten eine finanzielle Anerkennung von immerhin 600,00 M. Gewertet wurde dabei vor allem Werbung von Kindern, Jugendlichen und Frauen, Erwerb des Sportabzeichens und Mitarbeit im nationalen Aufbauwerk, Errichtung und Verbesserung von Sportanlagen. Und gerade im letzten Punkt war unsere BSG im Laufe der Jahrzehnte besonders gut. Am 13.03.1957 wurde Gerda Milz als Hauptkassiererin in den Vorstand gewählt. Sie überwachte von diesem Tag an bis 1990 den Verkauf der Beitrags- und Spendenmarken durch die Sektionen und die Einnahmen und Ausgaben des Vereins. Im Februar 1958 hatte unser Verein 240 Mitglieder vorzuweisen, davon 80% Kinder und Jugendliche (mit den neuen Sportarten Federball, Judo, Kinderschach und Kinderfechten).

Aufgrund der "unglücklichen geographischen Lage" der Glienicker innerhalb des damaligen Kreises Oranienburg (Fahrzeit nach Berlin-Pankow 0,5 Stunde, nach Oranienburg 1,5 bis 2 Stunden) hat Gottfried Wojtek den Antrag an das Kreiskomitee gestellt, dass die Glienicker Sportler an den Berliner Meisterschaften (Ostberlin - als Hauptstadt der DDR) teilnehmen können. Da sein Antrag abgelehnt wurde, hat er sogar an den Bundesvorstand des Deutschen Turn- und Sportbundes in Berlin geschrieben. Aber selbst der Hinweis "...wir könnten einige Jugendliche aus dem Westen zurckholen, wenn uns diese Möglichkeit offen stünde..." brachte nicht den gewünschten Erfolg. So gingen unserem Verein viele Titel verloren, z.B. mehrere DDR-Meister im Federball und im Boxen, die durch ehemalige Glienicker Mitglieder nun für Berlin errungen wurden. Vom 19.09.1958 bis 1961 war der Kegler Gerhard Liese BSG-Vorsitzender, von 1961 bis 1963 der Kegler Werner Peter. Als er aus Glienicke wegzog, wurde Werner Wiechmann Vorsitzender und übte diese Wahlfunktion mindestens bis 1967 aus. Sein direkter Nachfolger war der Kegler Erwin Lietz, der schon seit 1961 Stellvertretender Vorsitzender war. Beide waren aktiv und machten eine gute Arbeit. Unterlagen aus dieser Zeit sind kaum vorhanden. 1959 wurde unsere BSG aufgefordert, eine Revisionskommission zu wählen. Mit Wilhelm Timm von den Keglern wurde die Funktion des Vorsitzenden der Revisionskommission bis ca. 1971 besetzt.

1959 - also 5 Jahre nach Eröffnung der Turnhalle wurde auch der Sportplatz vor der Turnhalle fertiggestellt. Damit waren nicht nur mehr und bessere Bedingungen für den Schulsport geschaffen, sondern auch für unseren Verein.

Als dann 1961 die Mauer nach Hermsdorf ihren letzten Durchgang schloss, hätte man annehmen sollen, dass nun die Mitgliederzahl steigen müsste. Das war nicht der Fall, denn viele Glienicker übten ihren Sport im Betrieb oder in der Nähe ihres Arbeitsortes aus.

1967 gab es die Sektionen Kegeln, Turnen, Tischtennis (Bericht von Werner Wiechmann vom 22.01.1967). 1968 wurde die Schulsportgemeinschaft (SSG) "Rudolf Harbig" gegründet. Die BSG schloss mit der Schule eine Vereinbarung über eine gegenseitige Unterstützung ab.

1970 Gründung der Sektion Pferdesport. Mit 5 überwiegend jugendlichen Reitsportlern begann die Trainingsarbeit, die sich im Laufe der Jahre gut entwickelte und bis 1976 eine starke Sektion war.

Am 09.05.1970 wird die automatische Kegelaufstellanlage in der Kegelbahn in Betrieb genommen und am 03.10.1970 das Zentrum für Freizeit- und Gesundheitssport am Feld hinter der alten Post in der Hauptstraße eingeweiht. Die Betreuung und Wartung der Anlage konnte durch die BSG nicht übernommen werden, der damit verbundene Zeit- und Geldaufwand war zu hoch. Die Glienicker hatten eine weitere Möglichkeit zum Sporttreiben, aber nur für wenige Jahre.

1969 wurde das Waldlaufkomitee gegründet, und 1970 war ein "arbeitsreiches Jahr" für die Waldläufer. Insgesamt 2196 Läufer wurden über die Glienicker Laufstrecken "gejagt". Und 114 Arbeitsstunden wurden zur Erhaltung und Pflege der Laufstrecken geleistet. Beim 20-jährigen Bestehen der BSG "Einheit" Glienicke wurde die geleistete Sportarbeit und die vielen freiwilligen Stunden zum Erhalt und Ausbau der Sportstätten abgerechnet und für die nächsten Jahre neue Ziele gesteckt.

1971 gründete sich aus den umfangreichen volkssportlichen Aktivitïäten die Sektion Volleyball, die sich Dank der unermüdlichen Einsatzfreude von Bodo Vötisch und seiner vielen Mitstreiter bis 1988 zu einem leistungsstarken Massensport in Glienicke entwickelte.

1972 hatte die BSG wieder 109 Mitglieder in 5 Sektionen (Kegeln, Turnen, Tischtennis, Volleyball, Pferdesport). Große Bemühungen der BSG-Leitung bestanden immer wieder darin, die Nutzung der vorhandenen Sportstätten vertraglich abzusichern und neue Möglichkeiten für den Sportbetrieb zu suchen.

1971 wurde erneut ein Nutzungsvertrag zwischen der Schule, dem BSG-Vorsitzenden Erwin Lietz und der Brgermeisterin unterzeichnet. 22.01.1972 wurde Helmut Rose in den Vorstand der BSG gewählt und übernahm die Funktion des Vorsitzenden. Immer wieder scheiterte im Laufe der Jahre der Bestand der Sportabteilungen in unserem Verein an der Raumfrage. Zur Schaffung eines weiteren Sportraumes fand 1972 die Begehung des seit 1970 als Lager genutzten Saales der HO-Gaststätte "Treffpunkt", Hauptstraße 75, statt. Die Sportler haben vergebens auf ein positives Ergebnis gewartet - auch Helmut Rose stieß trotz seiner Beharrlichkeit immer wieder an den Rand der Möglichkeiten. Die BSG war ebenfalls um eine fachlich-sportliche Anleitung ihrer Mitglieder und den Nachwuchs bemüht. So wurde die 1968 zwischen der BSG (Betriebssportgemeinschaft) und der SSG (Schulsportgemeinschaft) getroffene Vereinbarung 1973 konkretisiert auf: Förderung und Unterstützung der Sporttreibenden, anteilige Übernahme der Kosten, Ausbildung von Übungsleitern und Pflege von Geräten und Anlagen.

In den Jahren bis 1977 unterstützten 5 Sportlehrer die BSG im Volleyball.

Anfang der 70er Jahre haben die Übungsleiter der Sektion Frauenturnen der BSG Gudrun Rohn und Vera Steirat eine Kinderturngruppe gebildet und betreut. 1970 kamen Renate Knappe, Hella Borch und Ingeborg Pfeifer dazu. Ab 1971 leiteten Renate Knappe und Marita Linke eine Schulkindergruppe und Ingeborg Pfeifer die Kleinkindergruppe - bis 1990. Marlene Ebert war dabei einige Jahre eine tatkräftige Unterstützung.

Am 10.11.1973 grndete sich die Sektion Waldlauf aus den Sportlern des Waldlaufkomitees und gehörte nun zur BSG.

Die Bürgermeisterin Irmgard Tscharniel bergab der Sektion Kegeln die lange benötigte Mülltonne (nachzulesen im Brief vom 25.09.1973). Und 1974 kämpfte die Sektion Volleyball in einem Schriftwechsel mit der BSG-Leitung um eine Luftpumpe. Ergebnis: genehmigt! - der Spielbetrieb war gesichert. Wie immer wieder um Sportstätten und Möglichkeiten gerungen wurde, geht aus der Eingabe des BSG-Vorsitzenden Helmut Rose an den Rat des Bezirkes Potsdam von 1974 hervor. Die Freigabe eines Geländes zur Ausübung des Reitsportes in der Alten Schildower Straße wurde wegen Grenznähe abgelehnt. Dafür wurde später der Obstgarten neben dem Feierabendheim in der Schönfließer Straße angeboten. Sicher sehr zur Freude der Senioren, die für kurze Zeit die Pferde bewundern konnten.

Für die hervorragenden Leistungen bei der Erfüllung der Jahressportpläne unserer BSG erhielten wir folgende Auszeichnungen:

  • 1972 Ehrenurkunde vom Rat des Kreises Oranienburg, Abteilung Jugendfragen/Körperkultur und Sport
  • 1972 Ehrenurkunde vom Bezirksvorstand des DTSB Potsdam
  • 1973 Ehrenurkunde als "Vorbildliche Sportgemeinschaft des DTSB" vom Bezirksvorstand des DTSB Potsdam
  • 1974 Ehrenurkunde für "Hervorragende Leistung und sportliche Entwicklung im Ort" zusätzlich vom Rat des Kreises Oranienburg - 600,00 M und vom Bezirksvorstand Potsdam - 500,00 M
  • 1975 Ehrenurkunde für die Erfüllung des Jahressportplanes - 600,00 M

Die positive Entwicklung unserer BSG war eben nicht mehr zu übersehen. 1974 hatten wir 250 Mitglieder und Mitte des Jahres 1975 schon 260. Nach dem Ausscheiden der Pferdesportsektion ging der Mitgliederstand etwas zurück, stieg aber durch die Sektionen Volleyball, Waldlauf und Federball im Jahre 1979 wieder auf 249 wieder an.

Der Abriss der alten HO-Gaststätte "Treffpunkt" begann 1974 durch die Kegler. Der Erlöß (Anteil aus 15.000,Mark Eigenleistung) wurde für die Beschaffung notwendiger Baustoffe für den Kegelbahnanbau verwendet. Die PGH "Bauhof und der Kohlenhandel Meinicke halfen kostenlos mit Lastautos beim Transport. Am 1.Mai 1975 wurde durch die Bürgermeisterin der Grundstein für den Erweiterungsbau der Kegelsportanlage gelegt. Der Umbau dauerte 5 Jahre. Hier haben die Kegler mit mehr als 5000 Stunden Eigenleistung Schwerarbeit geleistet, und viele erhielten dafür Auszeichnungen. In einem Vertrag wurde am 01.09.1975 die Nutzung der Kegelbahn und der Turnhalle zwischen dem Rat der Gemeinde und der BSG neu festgelegt.

Eröffnung der Kegelbahn

Grundsteinlegung für die 4-Bahn-Kegelanlage am 1. Mai 1975
von links: Heinz Steirat, Helmut Rose, Paul Meier, Werner Wiechmann

Von 1973 bis 1976 stellte die Physiotherapeutin und damaliges Mitglied des Vorstandes Gudrun Rohn der BSG ihren Turn-Keller (das war ein Kellerraum ("die Gruft") unter der alten Post, in der Hauptstraße 57) zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Der Rat der Gemeinde Glienicke übernahm 1976 den Vertrag. Damit hatte die BSG das erstemal einen Versammlungsort, der manche Auseinandersetzung miterlebte, aber auch feuchtfröhliche Zusammenkünfte. 1990 nach der Wende musste die BSG den Raum räumen.

1976 legte Helmut Rose den Vorsitz nieder und der Waldläufer Horst Richter wurde sein Nachfolger. Wir konnten aber noch die Früchte seiner Arbeit ernten und erhielten 1977 vom DTSB-Kreisvorstand Oranienburg 1.000,00 M für gute Kinder- und Jugendarbeit und Wettkampftätigkeit. Ende des Jahres 1975 wurde Ilse Gatz in die Revisionskommission gewählt, übernimmt den Vorsitz und hat diese Funktion inne bis zur Wahl als Kassenprüfer im Mai 1996 und ist weiterhin der Leiter dabei. Seit September 1975 hatte die Sektion Frauenturnen auch wieder eine Männerriege, die bis 1982 existierte und überwiegend aus Jugendlichen bestand.

Der Übungsleiter Klaus Pfeifer konnte 1977 mit einer Delegation des Kreises Oranienburg unsere BSG-Fahne zum Vl. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig ins Stadion tragen:

Die Entwicklung unserer BSG lässt sich auch in Zahlen nachvollziehen: In den Jahren 1976, 1978 und 1981 wurden 32 Übungsleiter in den Stufen I - IV und 12 Schiedsrichter ausgebildet. Am 27.06.1979 ist der Mitgliederstand der BSG auf 249 in 6 Sektionen angewachsen.

1979 wurde die neue, schöne, von vielen Sportlern im Schweiße ihres Angesichts miterbaute Kegelsportanlage eröffnet. Damit waren endlich die Wettkampfvoraussetzungen für unsere Kegler geschaffen, aber auch für eine lockere sportliche Betätigung aller Sportler aus den anderen Sektionen. Jeweils zur Woche der Jugend und Sportler luden die Kegler zum "Tag der offenen Tür" auf der Kegelbahn ein. Um die Sportstätten, wie die Kegelbahn, die Volleyplätze, die Waldlaufstrecken auch zu erhalten und zu pflegen, haben die Sportler aller Sektionen - zwar in unterschiedlichem Maße - aber mit Tatkraft von 1970 -1983 etwa 11.600 freiwillige, unbezahlte Arbeitsstunden geleistet.

Horst Richter gab 1983 den Vorsitz ab und der Kegler Joachim Gonther wurde gewählt. Es gab immer wieder Anstrengungen, neue Sektionen zu bilden. Es gelang einfach nicht, da die Sportstätten in Glienicke zu klein oder nicht geeignet waren. Die Glienicker Sportler haben das Beste daraus gemacht und schlieïßlich muss ja nicht jeder ein Leistungssportler werden. Die Turner haben in ihrer ber 50-jährigen Geschichte nie an Turnwettkämpfen teilgenommen, sondern aus Freude am Sport trainiert und sich einige Jahre mit einer Berliner Frauenturngruppe ausgetauscht. Man gab sich mit den vorhandenen Geräten zufrieden, und im Sommer wurden Ballspiele, Leichtathletik und Gymnastik im Freien angeboten. Seit 1961 war unsere BSG an der Organisation des Sportfestes auf dem alten Sportplatz in der Märkischen Allee und den Veranstaltungen im Rahmen der "Woche der Jugend und Sportler" beteiligt, die mit finanziellen Zuschüssen durch die Gemeinde unterstützt wurden. Die Sektionen hatten "Tag der offenen Tür", an dem sich jeder Glienicker informieren oder teilnehmen konnte. Zu den Traditionen des Vereins gehörte ebenfalls die jährliche Teilnahme am Mai-Umzug unter der BSG-Fahne. Im Veranstaltungsprogramm zum 1. Mai auf dem Sportplatz waren fast immer Vorführungen oder Wettkämpfe unserer Sportler zu finden. Sportlerbälle fanden in den ersten Jahren im Lokal "Schwarz", später HO-Gaststätte "Treffpunkt", statt, die mit ihren sportlichen Einlagen auch bei der Bevölkerung großen Anklang fanden. Die Blütenfeste der Kegler als gesellige Höhepunkte fanden von 1956 bis 1969 im "Treffpunkt" und bis 1981 im Kulturhaus "Olga Benario" (Ruine Hauptstraße/Ecke Märkische Allee) mit Tombola und spaßiger" Modenschau" statt. Weitere Initiativen für Geselligkeiten im Verein gingen meistens von den Sektionen aus, die wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit waren und als schöne Erlebnisse zum Zusammenhalt beigetragen haben. Die Bedingungen für das Sportabzeichen in der DDR hatten hohes Niveau. Die jährliche Abnahme der Sportabzeichen in den einzelnen Sektionen war zeitaufwendig und wurde mit viel Engagement durchgeführt. Dazu mussten auch immer neue Abnahmeberechtigte ausgebildet und helfende Hände gefunden werden. Seit 1990 konnte das Interesse noch nicht wieder geweckt werden, sich mit den für uns neuen Bedingungen vertraut zu machen. Auch hier hat das Alte für uns keine Gltigkeit mehr und die Abnahmeberechtigung muss neu erworben werden.

Die monatlichen Mitgliedsbeiträge waren 1989 immer noch 0,80 M und 1,30 M pro Mitglied (nur die Währungsbezeichnung hatte sich im Laufe der Jahrzehnte in Mark der DDR geändert).

Als nach 1990 die Bestimmungen und Bedingungen für den Bestand einer BSG unwirksam wurden, gaben wir uns einen neuen Namen "Sportverein Glienicke/Nordbahn e.V." und ließen uns ins Vereinsregister eintragen. Ehe alles so richtig funktionierte und wir wussten, was zu beachten ist, dauerte es ein Weilchen. Der Vorstand war nicht mehr aktiv; Joachim Gonther hat allein die notwendigen organisatorischen Arbeiten erledigt, um die Gemeinnützigkeit und finanzielle Förderung zu sichern. Die Vereinsarbeit selbst fand in diesen Jahren in den 3 bestehenden Abteilungen Frauenturnen, Kegeln und Volleyball statt, ohne dass die Öffentlichkeit das immer wahrgenommen hat. Die Sektion Federball löste sich auf, und die Sektion Waldlauf nabelte sich ab. Die mangelhafte Beschaffenheit des Turnhallenbodens war Grund dafür, dass die Volleyabteilung zum Training nach Schildow ausweichen musste und die Mitgliederzahl stark schrumpfte. Auch zu dieser Zeit bestand der starke Wille, den Verein zu erhalten. Schließlich haben wir Jahrzehnte die Sportgeschichte im Ort mitgestaltet und durch den Gemeinschaftsgeist dazu beigetragen, dass viele Menschen gerne in Glienicke leben oder zum Sporttreiben immer noch nach Glienicke kommen. Nach längerer Vorbereitung fand am 30. Mai 1996 wieder eine Wahlversammlung statt, in der ein arbeitsfähiger Vorstand gewählt, eine neue Satzung beschlossen wurde und sich Renate Hertzfeldt vom Frauenturnen als kommissarische Vorsitzende bestätigen ließ. Die Satzung ließ diese Formulierung nicht zu, und sie musste Vorsitzende werden. Sie tat es mit viel Engagement, suchte aber dringend nach einem jüngeren Nachfolger. Im Oktober 1996 wurde gemäß Satzung ein Ehren- und Beschwerdeausschuss gewählt und eine Ehrenordnung erarbeitet. Renate Hertzfeldt verhalf dem Verein wieder zu neuem Leben und neuen Erfolgen. Es waren wieder viele Wege zur Einreichung und Beglaubigung der Vereinsbeschlsse zu bewältigen und die Gemeinnützigkeit neu zu beantragen.

Im Juli 1997 kam die Fußballabteilung dazu und seit November 1997 gibt es Mutter- und Kind-Turnen. Der Mitgliederzahlen gingen von 142 im Jahre 1989, 103 im Jahre 1990 bis auf knapp 80 im Jahre 1996 zurück. Ab Juli 1996 ging es wieder aufwärts, nicht nur durch die Fußballer, sondern auch durch die Beständigkeit der Abteilung Frauenturnen/Gymnastik. Unser Mitgliederstand ist per 31. Mai 1999: 133 und bis zum Jahresende wurde die 150 überschritten. Für eine Federballkindergruppe, die noch außerhalb unseres Vereins trainiert, gibt es seit zwei Jahren und für eine Schülergruppe für allgemeines Turnen seit einem Jahr mit der Grundschule Glienicke eine Kooperationsvereinbarung entsprechend den Förderrichtlinien des Landessportbundes. Dadurch haben die Kinder nicht nur Versicherungsschutz, sondern erhielten auch Fördergelder aus Lotto-Mitteln und anderen Quellen durch den Kreissportbund Oranienburg. Renate Hertzfeldt betreut seit Herbst 1990 wieder die Seniorengymnastik des Glienicker Senioren-Clubs mit steigender Teilnehmerzahl. Ihre durch den Bau der neuen Sporthalle gestarteten Initiativen zur Bildung neuer Sportabteilungen im Verein tragen bereits Früchte. Seit 1. Juni 1999 existiert eine Abteilung Badminton. Der Bolzplatz an der Niederbarnimstraße wurde 1998 für Kleinfeld-Fußball fertiggestellt. Der Rasenplatz glich weitgehend einer Stein- und Geröllwüste und da er nicht abgesperrt ist, können ihn unsere Fußballer für Wettkämpfe nicht nutzen. Das hinderte aber die Glienicker nicht, zum 1. Glienicker Bolzplatzturnier im Mai 1999, ihre Kräfte mit der Abteilung Fußball unseres Vereins zu messen.

Vorsitzende von 1949 bis heute

1949 - 15.Juni1956 Wilhelm Hetzel
16. Juni 1956 - 3. September 1956 Dietmar Kunz
4. September 1956 - Dezember 1957 Rudolph Beier
Dezember 1957 - 19. September 1958 Gottfried Wojtek
20. September 1958 - 1961 Gerhard Liese
1961 - 2. Dezember 1963 Werner Peter
3. Dezember 1963 - Ende 1967 Werner Wiechmann
Ende 196 7 - 22. Januar 1972 Erwin Lietzt
23. Januar 1972 - Anfang 1976 Helmut Rose
15. März 1976 - 22. Oktober 1983 Horst Richter
23. Oktober 1983 - 30. Mai 1996 Joachim Gonther
31. Mai 1996 - 24.11.2000 Renate Hertzfeldt
seit 24.11.2000 Sabine Krüger

neue dreifelder Halle

Die neue dreifelder Sporthalle

Wir wissen die Unterstützung der Gemeinde durch kostenlose Nutzung der Sportstätten und jährliche Bereitstellung von Fördermitteln für die Kinderarbeit, Anschaffung von Kleingeräten und anderes zu schätzen. Auf diese Weise konnte der Bestand unseres Vereins gesichert und die Mitgliedsbeiträge bezahlbar gehalten werden. Bisher haben wir noch nicht genügend Sponsoren gefunden. Durch eine Fördermitgliedschaft jedoch kann jeder, der ein Herz für den Sport hat und selbst nicht oder nicht mehr aktiv ist, unsere Arbeit unterstützen (Jahresbeitrag ab 30,00 EUR ).

Tilo Kussatz entwickelte diese Website.

Diese Internetseite wurde entwickelt von Tilo.

Kontakt: Tilo.